• Strack Investment - Nachhaltigkeitsberater INAF Nürnberg und Nürnberger Land

Konsequent defensiv mit dem Multi-Asset Fonds DWS Concept Kaldemorgen zum Erfolg

7 Fragen zum DWS Concept Kaldemorgen / 7 Fragen an Fondsmanager Klaus Kaldemorgen


"Sehr geehrter Herr Kaldemorgen,

Ihre Erfolgsbilanz seit Mai 2011 sind 14 Milliarden verwaltetes Fondsvolumen, rund 5 % Rendite per anno bei niedrigen Schwankungen, und das bei einem defensiven Multi-Asset-Fonds. Herzlichen Glückwunsch zu dieser Leistung! Selbst durch turbulente Zeiten hinweg haben Sie verlässlich die Versprechen für den DWS Concept Kaldemorgen eingehalten. Als jahrzehntelanger Performancebringer und Urgestein der DWS sind Sie zudem für

Strack Investment seit Ende der 90er Jahre mit Ihrer Arbeit und Ihren Fonds ein treuer Wegbegleiter.


Um für unsere Kunden Transparenz, Verlässlichkeit und Einblicke in die Arbeitsweisen unserer langjährigen Partner zu erhalten, würden wir Ihnen gerne zum DWS Concept Kaldemorgen einige Fragen im Interview stellen:"


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1. Der DWS Concept Kaldemorgen gilt als defensiver Multi Asset Fonds. Wie übersetzen Sie diese Defensivität in der aktuellen Marktlage in das Portfolio des Fonds? Wie reduzieren Sie z.B. kurzfristige Risiken in volatilen Märkten, um den Ertragspfad des Fonds darzustellen?


"Das klar definierte Risikoprofil ist in der Tat ein ganz wesentliches Merkmal des Fonds. Es ist unser Anspruch, Anlegern einen Zugang zu den Chancen an den globalen Kapitalmärkten zu bieten und gerade auch in schwankungsintensiven Märkten die Risiken zu begrenzen. Im Jahr 2022 standen neben Aktien auch die Anleihemärkte stark unter Druck, was für viele vermeintlich defensive Multi-Asset-Ansätze mit hohem Anleiheanteil mit hohen Verlusten einherging.In diesem Umfeld konnten wir mit dem DWS Concept Kaldemorgen die Flexibilität unseres Benchmark-unabhängigen Total Return Ansatzes ausspielen. Wir haben die Aktienquote insgesamt reduziert und die Allokation in Richtung defensiver Titel verändert, sprich Wachstumstitel und Zykliker reduziert. Vor allem haben wir aber auch das Zinsrisiko im Portfolio über Derivate stark reduziert und damit von steigenden Zinsen sogar profitiert. Auchdie vergleichsweise hohe Gewichtung im US-Dollar hat positiv zur Wertenwicklung beigetragen."


2. ESG wird ein immer größerer Bestandteil der Beratung. Ihr Fonds ist seit 2022 bzgl. der Nachhaltigkeitskriterien als Artikel-8-Fonds eingestuft. Uns würde interessieren, wie sich diese nachhaltige Ausrichtung auf die Allokationsentscheidungen auf die Gesamtstrategie auswirkt.


"Das Thema Nachhaltigkeit spielt in unseren Anlageentscheidungen nicht erst seit der Einstufung als Artikel 8 Fonds eine wichtige Rolle. Allein schon im Interesse der langfristigen Performance sollten ESG-Aspekte bei jeder Anlageentscheidung berücksichtigt werden. Denn Firmen, die Nachhaltigkeitsaspekte vernachlässigen, sind auch deswegen wenig attraktiv, weil ihnen über kurz oder lang die Investorenbasis davonlaufen wird – und das hat am Ende Folgen für die Bewertung bzw. die Werthaltigkeit dieser Firmen. Schon vor der Klassifizierung als Artikel-8-Fonds haben uns externe Ratingagenturen eine überdurchschnittlich hohe ESG-Qualität bescheinigt. Insofern hat diese Einstufung keine direkten Auswirkungen auf unsere Strategie gehabt."


3. Inflation und Zinserhöhungen der Notenbanken sind gerade in allen Medien. Sie können mit Ihrer Vita als Renten-, Aktien- und nun Multi-Asset-Fondsmanagerauf Erfahrungen im Umgang mit solchen Szenarien zurückgreifen. Die stark gestiegene Inflation der letzten Monate empfinden viele Marktteilnehmer als Belastungsprobe. Wie sehen Sie das und wie passen Sie den Fonds bzgl. Anlageklassen, Währungen und Absicherungsinstrumenten für die Zukunft an?


"Man muss schon bis in die 70er Jahre zurückgehen, wenn man Rückschlüsse aus Phasen ähnlich hoher Inflation ziehen möchte.Das übersteigt natürlich auch meine Berufserfahrung, aber trotzdem haben wir uns auch diese Perioden genau angeschaut. Damals standen zum Beispiel die US-Aktienmärkte phasenweise auch sehr stark unter Druck. Mit Blick auf die ganze Dekade der 70er Jahre brachten US-Aktien im Durchschnitt aber dennoch hohe einstellige Kursgewinne – zumindest nominal. Auch heute sind Aktien unserer Meinung nach die längerfristig attraktivste Anlageklasse mit der Chance auf realen Vermögenserhalt. Durch das mittlerweile gestiegene Zinsniveau könnten sich Anleihen perspektivisch wieder als echte Alternative zu Aktien entwickeln, wir sind aber aktuell noch vorsichtig. So haben wir nahezu keine Positionen in Unternehmensanleihen im Portfolio, weder Investment Grade noch High Yield, um möglicherweise weiter steigende Spreads zu vermeiden. Wir bevorzugen Staatsanleihen, wobei wir Zinsrisiken immer noch weitgehend abgesichert haben. Im Euroraum setzen wir aktuell noch auf weiter steigende Zinsen."



4. Trotz Krieg, Pandemienachwirkungen und Marktverwerfungen des 1. Halbjahres 2022 haben Sie den Fonds mit ruhiger Hand und relativ geringen Schwankungen durch diese Zeit geführt und stehen mit einem leichten Minus hervorragend da. Welchen Einfluss hat dabei das Risikomanagement des Fonds auf die Allokation?


"Das Risikomanagement ist für uns von großer Bedeutung. Und das vor allem in der ex-ante Betrachtung, also bevor wir Investitionsentscheidungen treffen. Wir haben uns das Ziel gesetzt, das Risiko des Portfolios in Bezug auf Wertschwankungen, die sogenannte Volatilität, im einstelligen Prozentbereich zu halten. Weiterhin ist es ein klares Ziel, innerhalb eines Kalenderjahres den Verlust des Fonds auf max. 10% zu begrenzen. Bevor wir eine Investitionsentscheidung treffen, betrachten wir, welchen Einfluss das auf das Risiko des Fonds hat. Das ist die technische Seite des Risikomanagements – Daten und Fakten.

Daneben braucht es auch eine qualitative Beurteilung der Risiken. Nehmen Sie beispielsweise Anleihen. Die waren in den letzten Jahren schwankungsarm. Das Risikomodell schaut auf aktuelle Bewegungen und die Vergangenheit und würde signalisieren: geringes Risiko, gute Diversifikation. Aus fundamentaler Sicht stellte für uns aber das inflationäre Umfeld ein massives Risiko für die Anlageklasse Anleihen dar. Deswegen haben für uns entschieden, Zinsänderungsrisiken im Fonds abzusichern. Das hat sich ausgezahlt."



5. Unsere Kunden beschäftigen sich auch immer wieder mit der Frage nach Immobilien, Gold und Rohstoffen als Bestandteil der Vermögensstrategie. Wie ist Ihre Meinung dazu?

"Immobilien sind sicher ein wichtiger Vermögensbestandteil, ob in Form des Eigenheims oder als Baustein der privaten Altersvorsorge zum Beispiel über Immobilienfonds. Für den DWS Concept Kaldemorgen spielen Immobilien nur im Rahmen der Beimischung von Immobilienaktien eine Rolle. Hier haben wir zuletzt eine kleinere Position aufgebaut, nachdem z.B. die Bewertungen von Wohnimmobilientiteln angesichts des Zins- und Inflationsanstiegs stark unter Druck gekommen sind. Gold ist für uns weiterhin ein wichtiger Bestandteil unserer Anlagestrategie, insbesondere als Absicherung gegen geopolitische Risiken und als langfristiger Inflationsschutz. In andere Rohstoffe investieren wir mit dem Fonds nicht direkt, sondern–abhängig von unserer Markteinschätzung–über börsennotierte Rohstoffunternehmen. Aktuell sind wir hier jedoch sehr zurückhaltend. Das Argument des vermeintlichen Inflationsschutzes in Zeiten steigender Rohstoffpreise wird unserer Meinung nach davon überlagert, dass diese Unternehmen letztlicheine Pulsmesser der globalen Wirtschaftsdynamik sind. Daher überwiegen angesichts steigender Rezessionsgefahren aktuell die Risiken."


6. Die globale Gesellschaft ist im Wandel und es werden sogar Geschäftsmodelle der traditionellen Wirtschaft in Frage gestellt. Welche Anlageklassen, Trends und Branchen halten Sie aus heutiger Sicht in den nächsten Jahren aus Ihrer langjährigen Erfahrung für aussichtsreich für den Fonds? Wie positionieren Sie sich hier?

"Es ist in der Tat so, dass wir in einer Zeit mit großen Unsicherheiten leben. Dies betrifft die Geopolitik, gesellschaftliche Entwicklungen, aber natürlich auch die Geschäftsmodelle und Erfolgsaussichten einzelner Branchen und Unternehmen. Auch hier spielt das Thema Nachhaltigkeit eine wichtige Rolle. Diese Entwicklungen werden uns sicher auch zukünftig begleiten und es wird wichtig sein, die richtigen Schlüsse zu ziehen. Es wird nicht die eine Anlageklasse oder der einzelne Trend sein, die über Erfolg und Misserfolg in der Geldanlage entscheiden. Anpassungsfähigkeit und Flexibilität sind zentral für den langfristigen Anlageerfolg. Generell bleiben Aktien für uns die attraktivste Anlageklasse, wobei wir aktuell eher defensiv aufgestellt sind. Einerseitsüber die partielle Absicherung der Marktrisiken und andererseits über eine vergleichsweise defensive Struktur des Aktienportfolios mit Schwerpunkt auf Allokationen in eher defensive Sektoren. Das hat im Jahr 2022 auch sehr gut funktioniert. Gleichzeitig schauen wir uns auch weiterhin den Bereich der Wachstumstitel an. Wir sind überzeugt, auch hier attraktive, innovative Unternehmen zu finden, die langfristig wieder besser als der breite Markt abschneiden sollten."





7. Max Frisch sagte einmal: „Krise ist ein produktiver Zustand. Man muss ihm nur den Geschmack der Katastrophe nehmen.“ Möglicherweise neigen wir dazu, uns zu sehr auf die negativen Seiten von Krisen und Turbulenzen zu beziehen und lassen dabei positive Chancen außer Acht.Welche positiven Aspekte und Hoffnungen sehen Sie in der aktuellen wirtschaftlichen und politischen Lage?

"In den letzten Wochen und Monaten hat sich die Stimmung der Kapitalmarktteilnehmer weiter verschlechtert. Dadurch hat sich eine Menge an Spannung aufgebaut, die sich im Fall von positiven Nachrichten auch schnell in Form von deutlichen Kursanstiegen entladen kann, zum Beispiel wenn es erste Anzeichen für einen nachlassenden Inflationsdruck und somit für die Wirksamkeit der geldpolitischen Straffungsmaßnahmen in den USA gäbe. Auf Unternehmensebene gehen wir davon aus, dass auch diese Krise neue Lösungen nach sich ziehen wird. Lieferketten werden neu betrachtet, Produktionsoptionen neu bewertet, Abhängigkeiten von einzelnen Ländern reduziert. All das kann sich langfristig positiv auswirken. Daneben ändert sich auch gerade die Zinslandschaft. Es gibt wieder Renditen für Anleiheinvestoren – und damit auch für uns. Zwar gehen wir auch in den kommenden Wochen und Monaten von eher volatilen Märkten aus, allerdings fühlen wir uns sehr gut gewappnet und schauen konstruktiv nach vorne."


Herr Kaldemorgen, wir danken Ihnen für die Einblicke und wünschen Ihnen und Ihrem Team weiterhin viel Erfolg bei allen Entscheidungen!

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